Regelmäßige Dammmassage vor der Geburt

Dammmassage

Dammmassage

Sicher ist Dir von Deiner Hebamme bereits die Anwendung einer regelmäßigen Massage des sgn. Perineums d.h. des Dammes geraten worden.

Im folgenden wirst Du etwas mehr über diese Art der Geburtsvorbereitung erfahren:

Das Perineum ist ein Teil des Beckenbodens und besteht, neben sehr sensitivem Gewebe (erogene Zone), vor allem aus Muskeln. Bei der Geburt des Kindes drückt der Kopf gegen den Dammrand und dehnt ihn auf. Nicht jeder Frauenarzt empfiehlt diese wichtige Anwendung zur Geburtsvorbereitung und sie ist auch nicht von Anfang an jederfraus Sache.

Wozu Dammmassage?

Die Vorteile überwiegen auf jeden Fall. Die Damm-Massage wird als eine der ältesten und besten Methoden beschrieben, um die Durchblutung der Beckenbodenmuskeln zu unterstützen, deren Elastizität zu verbessern und dient grundsätzlich der Gesunderhaltung dieses Bereiches. Dammrissen bei der Geburt kann mit
dieser Vorbereitung auf natürliche Weise vorgebeugt werden. Gleichzeitig macht sie die Schwangere mit diesem Bereich und seiner Funktion bei der Geburt des Kindes mehr vertraut. Wenn die Schwangere oder der Partner
die Massage anwenden, kann dem Muskel ganz gezielt beigebracht werden, sich auf Druck hin zu entspannen. Dies erfordert Übung. Empfohlen wird die Massage in den letzten 8 Wochen vor der Geburt zu beginnen und
täglich anzuwenden.

Beispiel zur Durchführung

Nimm´ein gutes Öl (Oliven- Mandel- Aprikosenkernöl oder auch spezielle amm-Massageöle z. B. von Stadelmann / Bahnhofsapotheke) und gib´ es in eine kleine Schale. Das Öl kann idealerweise vorher auch leicht erwärmt werden – Vorsicht: nicht zu heiß werden lassen, wegen der empfindlichen Schleimhäute. Setze Dich bequem mit leicht  eöffneten Beinen und einem großen Kissen im Rücken auf das Bett, Sofa etc.. Du kannst Dich auch mit
einer Decke zudecken, um ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit zu erzeugen.

Machs dir gemütlich

Wähle einen Ort, an dem Du entspannt sein kannst. Für die Massage kannst Du den Daumen oder auch Zeige- und Mittelfinger benutzen. Vorher gib´ reichlich Öl auf Deine Finger. Nun beginne zuerst den Finger in die Scheide einzuführen und leicht auf den Bereich zwischen Scheide und After zu drücken. Reibe das Öl sanft auf den Innenrand des Dammes und die untere Scheidenwand. Mit gleichmäßigem Druck gleite mit den Fingern an den Seiten der Scheide u-förmig entlang, so dass der ausgeübte Druck das Scheidengewebe, die Muskeln um die Scheide und den äußeren Damm dehnt. Der Druck soll nicht schmerzhaft sein. Vielleicht fühlt sich dieser Bereich am Anfang fest an, er wird sich aber mit der Zeit und durch die Übung immer mehr entspannen und geschmeidig werden. Du kannst auch bewusst üben, die sich dehnenden Muskeln zu entspannen.

Stell´ Dir vor, dass sich der Damm wie eine Rosenknospe nach außen öffnet, wenn Du Druck mit den Fingern auf den Dammrand ausübst. Diese Vorstellung ist dann auch bei der Geburt hilfreich, wenn der Kopf des Babies an den Dammrand drückt. Auf jeden Fall lohnt es sich, dass Du die Massage regelmäßig übst und anwendest. Ich empfehle die Massage erst einmal allein und in Ruhe für sich zu üben und Erfahrung zu sammeln. Wenn es dann bei fortgeschrittener Schwangerschaft angenehm ist, kann auch der Partner die Massage geben.

 

Quellen:
Schwangerschafts Sprechstunde, Christa van Leeuwen, Dr. med. Bartholomeus Maris
Die Hebammensprechstunde, Ingeborg Stadelmann
HypnoBirthing  – Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt, Marie F. Mongan

Anne Imrich ist Mutter von drei Kinder, Yogalehrerin mit Schwerpunkt Schwangerschaft und Rückbildung und HypnoBirthing Kursleiterin. Sie unterrichtet bei Knirpseundco.de und den Hebammenameck.de