Gute Nacht Geschichte – Maximilian in den Bergen

~ 6 Minuten Vorlesezeit

von Tobias Müller – traeumwasschoenes.de

Maximilian war ein fantasievolles Kind. Tatsächlich war er so fantasievoll, dass er oft vollkommen in seine Tagträume eintauchte, so wie auch diesmal. Maximilian stand in seinem Zimmer, als es wieder passierte. Es fühlte sich immer gleich an. Erst kribbelte es in Maximilians Kopf. Kurz darauf zog es in seinem Bauchnabel – so ähnlich wie wenn man in der Achterbahn steil nach unten fährt. Und als er die Augen dann wieder öffnete, war er nicht mehr in seinem Zimmer. Diesmal stand er mitten in einer komplett verschneiten Bergwelt.

Vor nicht allzulanger Zeit hatte er mit seinem Vater über seine Ausflüge geredet und der hatte gesagt, er solle sich mit seiner Fantasie nicht zurückhalten. Das hatte Maximilian sehr gefreut und seine Fantasie noch weiter gestärkt. Während er früher vor allem durch Weltraum geflogen oder sich an andere Orte geträumt hatte, erlebte er seit dem Gespräch richtig spannende Abenteuer. Ab und zu spielte auch sein Vater noch mit. Für einen Erwachsenen hatte der nämlich ganz schön viel Fantasie!

Nun also verschneite Berge. Er war mit seinen Eltern einmal Ski gefahren und was er gerade sehen konnte, erinnerte ich ein wenig an diesen Urlaub. Es waren hohe und steile Gipfel um ihn herum, die bis an die Spitzen mit Schnee bedeckt waren. Er selbst stand wohl auf dem größten Berg, denn er schien alle Berge um sich herum überblicken zu können. Um ihn herum war alles schneeweiß und sehr still.

Gerade als er dachte, er sei ganz alleine in dieser Welt, hörte er doch eine Stimme. Sie war sehr hoch, fast piepsig.

Herr Riese, Herr Riese! Sie müssen mir helfen!

Maximilian sah sich um und sah niemanden. Wo war diese Stimme hergekommen? Doch dann fühlte er, dass etwas an seinem Hosenbein zog. Unter ihm stand ein kleines Männchen, das ihn verzweifelt anschaute. Es trug einen spitzen Hut und Klamotten, die Maximilian so noch nie gesehen hatte. Mit Hut reichte es ihm gerade bis zum Knie.

Herr Riese, Herr Riese – werden Sie mir helfen?

maximilian_2 Gute Nacht Geschichte
Das Männchen zusammen mit Maximilian – Illustration: Veronika Grenzebach

Maximilian fand es sehr lustig Riese genannt zu werden. In seiner Klasse war er immer einer der Kleinsten gewesen. Aber aus Sicht des Männchens war er wohl wirklich ein Riese.

Wie kann ich Dir denn helfen, kleiner Mann? fragte Maximilian zurück.

Das Männchen streckte seinen winzigen Arm aus und deutete auf eine Ansammlung von Felsen im Schnee, ungefähr einen Kilometer entfernt von dort, wo sie gerade standen. Er fing erneut an mit seiner quiekigen Stimme zu sprechen:

Da hinten ist eine Höhle. Und in der wohnt ein riesiges Monster, das will uns alle zertreten. Seine kleinen Augen weiteten sich vor Angst, als er von dem Monster sprach. Er sprach jetzt ganz schnell, weil er so aufgeregt war. Immer wenn es einen von uns sieht läuft es auf uns zu und hebt seinen Fuß über unseren Kopf und will uns zertreten. Bis jetzt sind alle mit dem Schrecken davongekommen, aber wir haben alle ständig Angst. Aber dann habe ich Sie gesehen, Herr Riese, und ich habe Hoffnung bekommen. Werden Sie uns helfen, Herr Riese?

Maximilian überlegte nicht lange. Es war klar, dass man diesen kleinen Männchen helfen musste. Außerdem, selbst wenn das Monster doppelt so groß war wie die Männchen, war es immer noch viel kleiner als er. Was sollte passieren? Er stapfte also durch den tiefen Schnee (was deutlich anstrengender war, als er dachte). Kalter Wind wehte ihm ins Gesicht, aber er fand auch schnell die Höhle in der Ansammlung von Felsen. Er ging hinein.

Die Höhle war sehr groß und innen war es wärmer als draußen, was vielleicht auch daran lag, dass hier kein Wind wehte. Aber es war immer noch kalt genug, dass Eiszapfen von der Decke hingen. Einzelne Felsen, die größer waren als Maximilian, lagen herum und es gab einige Abzweigungen, was die Höhle unübersichtlich machte. Ein Monster sah Maximilian nicht. Doch der verbrachte nicht allzu viel Zeit damit sich umzusehen sondern stellte sich in der Mitte der Höhle und rief mutig:

Komm heraus du Monster! Ich bin hier um dich zu verscheuchen.

Ein tiefes Grummeln ertönte irgendwo hinten in der Höhle. Dann ein Klopfen und Schlurfen, von dem Maximilian vermutete, dass es das Geräusch von Füßen auf dem kalten Felsen war. Die Geräusche klangen nach etwas, das bedeutend größer war, als er dachte. Er sah sich u, ob es irgendetwas gab, das ihm helfen konnte. Doch um ihn herum war nichts als ein großer Felsen, Steinboden und kalte Höhlenwand. Dazu ein bisschen von draußen hereingewehter Schnee. In diesem Schnee allerdings sah Maximilian einen riesigen Fußabdruck. Was so große Füße hatte musste auch selbst riesig sein. Nun bekam er doch Angst und sprang hinter den Felsen um sich zu verstecken. Aus den Augenwinkeln konnte er noch sehen, wie etwas Großes in der Höhle um die Ecke bog.

Er lugte an dem Felsen vorbei auf das Höhlenwesen. Es war blassblau mit giftgrünen Flecken, hatte riesige Ohren und einen noch viel größeren Mund und trug einen Lumpen um den Körper. Es war noch größer als Maximilian Vater und der kam Maximilian schon immer riesig vor. Es hatte Schwimmhäute zwischen den Zehen und seine Hände hatten nicht wirklich Finger sondern waren eher Flossen. Allgemein hatte das Monster etwas von einem Wesen, das eigentlich unter Wasser lebte.

Es wirkte verwirrt, vermutlich weil es jemand gerufen hatte, den es jetzt nicht mehr sehen konnte. Maximilian wendete den Blick wieder ab und verkroch sich noch mehr hinter den Felsen.

Das trampelnde Schlurfen des Monsters kam näher. Es war unregelmäßig, so als humpelte es. Dann plötzlich stand es neben Maximilian. Es hob den Fuß über Maximilians Kopf und der war sich sicher, dass es ihn mit seinen riesigen Plattfüßen zertrampeln wollte, wie es das auch schon bei den keinen Männchen mit den komischen Klamotten versucht hatte. Maximilian schrie, sprang zur Seite und lief so schnell er konnte aus der Höhle.

Er rannte aus dem Eingang raus und durch Schnee und Wind an die Stelle des Berges, wo er hergekommen war und das Männchen getroffen hatte. Und dort stand, zu seiner Überrasschung, sein Vater.

Ich habe Dich schreien hören. Sagte sein Vater. Da dachte ich, ich schaue mal vorbei. Du hast doch letztes Mal gesagt, das ist ok.

Er kniete sich hin, um mit Maximilian auf Augenhöhe zu sein und fragte: Was ist los?

Als Maximilian antwortete sprudelten die Worte so schnell aus ihm heraus, dass er Glück hatte, wenn sein Vater sie überhaupt verstand. Da hinten ist ein Monster in der Höhle! Das will alle kleinen Wichte die hier leben zertrampeln und ich wollte ihnen helfen aber dann wollte es mich zertrampeln und dann bin ich davongelaufen.

Maximilians Vater nickte. Er schien ihn verstanden zu haben. Dann schauen wir uns das doch mal gemeinsam an!

Also nahm er seinen Sohn auf die Schultern und stapfte mit ihm gemeinsam durch den tiefen Schnee zurück zu der Höhle. Maximilian klammerte sich ganz fest an die Jacke seines Vaters. Kurz vor der Höhle setzte der ihn von seinen Schultern in den Schnee und ging in die Höhle. Wie furchtlos. Maximilian ging ihm zögernd nach. Kaum waren die beiden in der Höhle, tauchte auch schon wieder das Monster auf und sprang hinter seinen Felsen um sich erneut zu verstecken. Sein Vater jedoch ging auf das Monster zu. Sobald er in der Nähe war, hob das Monster den Fuß, so wie es das vorher bei Maximilian gemacht hatte, als es ihn zertreten wollte und wie es das auch bei den kleinen Wichten getan hatte.

Doch sein Vater und das Monster waren ungefähr gleich groß. Auch wenn das Monster ein paar Zentimeter größer war, wirkte der Fuß nun gar nicht mehr bedrohlich. Tatsächlich konnte Maximilian von seinem Versteck aus sehen, dass sein Vater den ekligen Schwimmhäute-Fuß des Monsters sogar anfasste und irgendwas damit machte. Plötzlich machte das Monster ein Geräusch, das gar nicht mehr so wütend klang wie bisher, und lief zurück in die Höhle.

Sein Vater drehte auch um und ging auf Maximilians Versteck zu. Er hielt einen Dorn in der Hand.

Den hatte das Wesen im Fuß. Aber weil es keine richtigen Hände hatte, konnte es ihn nicht selbst rausziehen. Also ist es wohl zu jedem hingelaufen, der Finger hat und hat ihnen den Dorn gezeigt. Es wollte, dass ihm jemand hilft.

Maximilian dachte nach: Aber weil es so viel größer war als der Rest, hatten alle immer Angst dass sie zertreten werden. Alle sind zur Seite gesprungen und keiner hat den Fuß genau genug angeschaut um den Dorn zu sehen.

Richtig, sagte sein Vater. Das Monster wollte gar nichts Böses.

Maximilian fühlte sich ein bisschen schlecht, weil er selbst auch das Schlechteste von dem Wesen angenommen hatte. Aber zum Glück war sein Vater gekommen und hatte ihnen geholfen. Ihm, dem Monster und den Wichten, die nun auch keine Angst mehr haben mussten, dass sie zertreten werden.

Maximilian überbrachte den Wichten gemeinsam mit seinem Vater (den die Wichte Herr Oberriese nannten) die frohe Botschaft, dass sie keine Angst vor dem Monster haben brauchten. Dann wendete er sich an seinen Vater.

Ich glaube, hier ist alles erledigt. Alle sind glücklich und niemand wurde verletzt. Und das wegen dir. Danke, dass du gekommen bist.

Sein Vater umarmte ihn und beide schlossen die Augen. Als sie die Augen wieder öffneten, waren sie wieder zurück in Maximilians Zimmer. Sein Papa drückte ihn noch einmal und verließ den Raum. Und Maximilian freute sich schon auf das nächste Abenteuer.

Maximilian war ein fantasievolles Kind. Tatsächlich war er so fantasievoll, dass er oft vollkommen in seine Tagträume eintauchte, so wie auch diesmal. Maximilian stand in seinem Zimmer, als es wieder passierte. Es fühlte sich immer gleich an. Erst kribbelte es in Maximilians Kopf. Kurz darauf zog es in seinem Bauchnabel – so ähnlich wie wenn man in der Achterbahn steil nach unten fährt. Und als er die Augen dann wieder öffnete, war er nicht mehr in seinem Zimmer. Diesmal stand er mitten in einer komplett verschneiten Bergwelt.

Vor nicht allzulanger Zeit hatte er mit seinem Vater über seine Ausflüge geredet und der hatte gesagt, er solle sich mit seiner Fantasie nicht zurückhalten. Das hatte Maximilian sehr gefreut und seine Fantasie noch weiter gestärkt. Während er früher vor allem durch Weltraum geflogen oder sich an andere Orte geträumt hatte, erlebte er seit dem Gespräch richtig spannende Abenteuer. Ab und zu spielte auch sein Vater noch mit. Für einen Erwachsenen hatte der nämlich ganz schön viel Fantasie!

Nun also verschneite Berge. Er war mit seinen Eltern einmal Ski gefahren und was er gerade sehen konnte, erinnerte ich ein wenig an diesen Urlaub. Es waren hohe und steile Gipfel um ihn herum, die bis an die Spitzen mit Schnee bedeckt waren. Er selbst stand wohl auf dem größten Berg, denn er schien alle Berge um sich herum überblicken zu können. Um ihn herum war alles schneeweiß und sehr still.

Gerade als er dachte, er sei ganz alleine in dieser Welt, hörte er doch eine Stimme. Sie war sehr hoch, fast piepsig.

Herr Riese, Herr Riese! Sie müssen mir helfen!

Maximilian sah sich um und sah niemanden. Wo war diese Stimme hergekommen? Doch dann fühlte er, dass etwas an seinem Hosenbein zog. Unter ihm stand ein kleines Männchen, das ihn verzweifelt anschaute. Es trug einen spitzen Hut und Klamotten, die Maximilian so noch nie gesehen hatte. Mit Hut reichte es ihm gerade bis zum Knie.

Herr Riese, Herr Riese – werden Sie mir helfen?

Maximilian fand es sehr lustig Riese genannt zu werden. In seiner Klasse war er immer einer der Kleinsten gewesen. Aber aus Sicht des Männchens war er wohl wirklich ein Riese.

Wie kann ich Dir denn helfen, kleiner Mann? fragte Maximilian zurück.

Das Männchen streckte seinen winzigen Arm aus und deutete auf eine Ansammlung von Felsen im Schnee, ungefähr einen Kilometer entfernt von dort, wo sie gerade standen. Er fing erneut an mit seiner quiekigen Stimme zu sprechen:

Da hinten ist eine Höhle. Und in der wohnt ein riesiges Monster, das will uns alle zertreten. Seine kleinen Augen weiteten sich vor Angst, als er von dem Monster sprach. Er sprach jetzt ganz schnell, weil er so aufgeregt war. Immer wenn es einen von uns sieht läuft es auf uns zu und hebt seinen Fuß über unseren Kopf und will uns zertreten. Bis jetzt sind alle mit dem Schrecken davongekommen, aber wir haben alle ständig Angst. Aber dann habe ich Sie gesehen, Herr Riese, und ich habe Hoffnung bekommen. Werden Sie uns helfen, Herr Riese?

Maximilian überlegte nicht lange. Es war klar, dass man diesen kleinen Männchen helfen musste. Außerdem, selbst wenn das Monster doppelt so groß war wie die Männchen, war es immer noch viel kleiner als er. Was sollte passieren? Er stapfte also durch den tiefen Schnee (was deutlich anstrengender war, als er dachte). Kalter Wind wehte ihm ins Gesicht, aber er fand auch schnell die Höhle in der Ansammlung von Felsen. Er ging hinein.

Die Höhle war sehr groß und innen war es wärmer als draußen, was vielleicht auch daran lag, dass hier kein Wind wehte. Aber es war immer noch kalt genug, dass Eiszapfen von der Decke hingen. Einzelne Felsen, die größer waren als Maximilian, lagen herum und es gab einige Abzweigungen, was die Höhle unübersichtlich machte. Ein Monster sah Maximilian nicht. Doch der verbrachte nicht allzu viel Zeit damit sich umzusehen sondern stellte sich in der Mitte der Höhle und rief mutig:

Komm heraus du Monster! Ich bin hier um dich zu verscheuchen.

Ein tiefes Grummeln ertönte irgendwo hinten in der Höhle. Dann ein Klopfen und Schlurfen, von dem Maximilian vermutete, dass es das Geräusch von Füßen auf dem kalten Felsen war. Die Geräusche klangen nach etwas, das bedeutend größer war, als er dachte. Er sah sich u, ob es irgendetwas gab, das ihm helfen konnte. Doch um ihn herum war nichts als ein großer Felsen, Steinboden und kalte Höhlenwand. Dazu ein bisschen von draußen hereingewehter Schnee. In diesem Schnee allerdings sah Maximilian einen riesigen Fußabdruck. Was so große Füße hatte musste auch selbst riesig sein. Nun bekam er doch Angst und sprang hinter den Felsen um sich zu verstecken. Aus den Augenwinkeln konnte er noch sehen, wie etwas Großes in der Höhle um die Ecke bog.

Er lugte an dem Felsen vorbei auf das Höhlenwesen. Es war blassblau mit giftgrünen Flecken, hatte riesige Ohren und einen noch viel größeren Mund und trug einen Lumpen um den Körper. Es war noch größer als Maximilian Vater und der kam Maximilian schon immer riesig vor. Es hatte Schwimmhäute zwischen den Zehen und seine Hände hatten nicht wirklich Finger sondern waren eher Flossen. Allgemein hatte das Monster etwas von einem Wesen, das eigentlich unter Wasser lebte.

Es wirkte verwirrt, vermutlich weil es jemand gerufen hatte, den es jetzt nicht mehr sehen konnte. Maximilian wendete den Blick wieder ab und verkroch sich noch mehr hinter den Felsen.

Das trampelnde Schlurfen des Monsters kam näher. Es war unregelmäßig, so als humpelte es. Dann plötzlich stand es neben Maximilian. Es hob den Fuß über Maximilians Kopf und der war sich sicher, dass es ihn mit seinen riesigen Plattfüßen zertrampeln wollte, wie es das auch schon bei den keinen Männchen mit den komischen Klamotten versucht hatte. Maximilian schrie, sprang zur Seite und lief so schnell er konnte aus der Höhle.

Er rannte aus dem Eingang raus und durch Schnee und Wind an die Stelle des Berges, wo er hergekommen war und das Männchen getroffen hatte. Und dort stand, zu seiner Überrasschung, sein Vater.

Ich habe Dich schreien hören. Sagte sein Vater. Da dachte ich, ich schaue mal vorbei. Du hast doch letztes Mal gesagt, das ist ok.

Er kniete sich hin, um mit Maximilian auf Augenhöhe zu sein und fragte: Was ist los?

Als Maximilian antwortete sprudelten die Worte so schnell aus ihm heraus, dass er Glück hatte, wenn sein Vater sie überhaupt verstand. Da hinten ist ein Monster in der Höhle! Das will alle kleinen Wichte die hier leben zertrampeln und ich wollte ihnen helfen aber dann wollte es mich zertrampeln und dann bin ich davongelaufen.

Maximilians Vater nickte. Er schien ihn verstanden zu haben. Dann schauen wir uns das doch mal gemeinsam an!

Also nahm er seinen Sohn auf die Schultern und stapfte mit ihm gemeinsam durch den tiefen Schnee zurück zu der Höhle. Maximilian klammerte sich ganz fest an die Jacke seines Vaters. Kurz vor der Höhle setzte der ihn von seinen Schultern in den Schnee und ging in die Höhle. Wie furchtlos. Maximilian ging ihm zögernd nach. Kaum waren die beiden in der Höhle, tauchte auch schon wieder das Monster auf und sprang hinter seinen Felsen um sich erneut zu verstecken. Sein Vater jedoch ging auf das Monster zu. Sobald er in der Nähe war, hob das Monster den Fuß, so wie es das vorher bei Maximilian gemacht hatte, als es ihn zertreten wollte und wie es das auch bei den kleinen Wichten getan hatte.

Doch sein Vater und das Monster waren ungefähr gleich groß. Auch wenn das Monster ein paar Zentimeter größer war, wirkte der Fuß nun gar nicht mehr bedrohlich. Tatsächlich konnte Maximilian von seinem Versteck aus sehen, dass sein Vater den ekligen Schwimmhäute-Fuß des Monsters sogar anfasste und irgendwas damit machte. Plötzlich machte das Monster ein Geräusch, das gar nicht mehr so wütend klang wie bisher, und lief zurück in die Höhle.

Sein Vater drehte auch um und ging auf Maximilians Versteck zu. Er hielt einen Dorn in der Hand.

Den hatte das Wesen im Fuß. Aber weil es keine richtigen Hände hatte, konnte es ihn nicht selbst rausziehen. Also ist es wohl zu jedem hingelaufen, der Finger hat und hat ihnen den Dorn gezeigt. Es wollte, dass ihm jemand hilft.

Maximilian dachte nach: Aber weil es so viel größer war als der Rest, hatten alle immer Angst dass sie zertreten werden. Alle sind zur Seite gesprungen und keiner hat den Fuß genau genug angeschaut um den Dorn zu sehen.

Richtig, sagte sein Vater. Das Monster wollte gar nichts Böses.

Maximilian fühlte sich ein bisschen schlecht, weil er selbst auch das Schlechteste von dem Wesen angenommen hatte. Aber zum Glück war sein Vater gekommen und hatte ihnen geholfen. Ihm, dem Monster und den Wichten, die nun auch keine Angst mehr haben mussten, dass sie zertreten werden.

Maximilian überbrachte den Wichten gemeinsam mit seinem Vater (den die Wichte Herr Oberriese nannten) die frohe Botschaft, dass sie keine Angst vor dem Monster haben brauchten. Dann wendete er sich an seinen Vater.

Ich glaube, hier ist alles erledigt. Alle sind glücklich und niemand wurde verletzt. Und das wegen dir. Danke, dass du gekommen bist.

Sein Vater umarmte ihn und beide schlossen die Augen. Als sie die Augen wieder öffneten, waren sie wieder zurück in Maximilians Zimmer. Sein Papa drückte ihn noch einmal und verließ den Raum. Und Maximilian freute sich schon auf das nächste Abenteuer.

Autor: Tobias Müller

Nicht nur diese Gute Nacht Geschichte findet ihr auf traeumwasschoenes.de

Diese Geschichte ist Teil einer losen Reihe. Das heißt jede Geschichte für sich ist abgeschlossen, aber es gibt dennoch einen größeren Zusammenhang. Der erste Teil dieser Reihe ist hier zu finden: Maximilian der Träumer