Die erste Geburtstagstorte – Ein zuckerfreier Kuchen

Zuckerfreier Kuchen erster Geburtstag

Ich kann mich noch genau an das Gefühl erinnern den positiven Schwangerschaftstest in der Hand zu halten. Und plötzlich ist es so weit – der erste Geburtstag steht vor der Tür. Mit Schwangerschaft und Geburt tauchen viele neue Themen auf, über die man sich vorher keine oder nur wenig Gedanken gemacht hat.

Warum gibt es in Nürnberg so viele Treppenstufen? Was zieht eigentlich ein Krabbelkind auf dem Spielplatz an? Und wie genau sollten sich Kinder eigentlich nach dem Stillen ernähren?

Spätestens beim Thema Beikost zeigt sich, dass die Frage der frühkindlichen Ernährung nicht ganz so einfach zu beantworten ist. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Theorien, die von den jeweiligen Anhängern überzeugend und vehement verteidigt werden. Im Gegensatz zu Honig und Nüssen, die definitiv nicht für Babies und Kleinstkinder geeignet sind (Nüsse wegen der Erstickungsgefahr und Honig wegen möglicher bakterieller Verunreinigung und hierdurch ausgelöster Vergiftungen), ranken sich allerlei Geschichten um Gluten im Allgemeinen und Weizen im Speziellen, sowie Eier und Kuhmilchprodukte. Im Endeffekt habe ich für mich beschlossen auf mein Bauchgefühl zu hören und meiner Tochter weder ein Frühstücksei noch Kuhmilch vorzuenthalten. Wir achten auf ausgewogene Ernährung und darauf regionale Lebensmittel aus möglichst biologischer Produktion zu verwenden. Bisher zeigt sie keinerlei Unverträglichkeiten und probiert begeistert alles was ihr angeboten wird. Bei Zucker allerdings bin ich strenger. Ich glaube nicht, dass in unserer Gesellschaft irgendjemand im Laufe seines Lebens zu wenig Zucker bekommen wird, deshalb muss man meiner Meinung nach damit nicht im Kleinstkindalter anfange. Das kommt schon noch früh genug. Aber zurück zum ersten Geburtstag.

Für mich als passionierte Hobbybäckerin war klar, dass die kleine Madame natürlich einen Geburtstagkuchen braucht. Der auch festlich aussieht. Und den sie essen darf.

Heißt für unseren Fall kein Zucker.

Das klingt erst mal einfach. Ich wollte aber natürlich ein Cremetopping, damit das Ganze auch schön dekoriert werden kann. Und da ich weiß, dass ein paar der Muttis von unseren Krabbelfreunden die Ernährung etwas strenger sehen als ich, wollte ich auch auf Weizen und Kuhmilch verzichten. Das Resultat meiner Überlegungen war ein Karottenkuchen, komplett ohne Zucker, mit einer veganen Schokomousse als Topping. Das Rezept ist wunderbar wandlungsfähig und kann auch komplett vegan zubereitet werden. Die Eier könnten durch Apfelmus oder Banane ersetzt werden, Hafermilch statt Milch, Magarine statt Butter. Das steht jedem frei. Der Kuchen ist erstaunlich kuchenartig, allerdings etwas kompakter und nicht so schön fluffig. Dafür sättigt er gut und macht ein gutes Gewissen. Die Krabbelkinder waren jedenfalls alle begeistert. Alle? Nun ja, alle bis auf das Geburtstagskind. Die hat dann doch lieber nur Weintrauben und Himbeeren gefuttert. Und die Muttis? Sagen wir mal so, es war kein Fehler, dass ich zusätzlich noch einen Apfelkuchen gebacken habe. Mit vielen Butterstreuseln und ordentlich Zucker und Zimt…

Hier also das Rezept für den babytauglichen Karottenkuchen, ausreichend für eine 20 cm Backform:

Zutaten Kuchen

ca. 20 Datteln (ungeschwefelt)
2 Eier
60 Gramm Butter oder Margarine
150 ml Milch (ersatzweise Hafermilch oder Saft)
200 Gramm Mehl (wahlweise Vollkorn, auch Dinkelvollkorn)
1 TL Backpulver
1 TL Zimt
180 Gramm geraspelte Karotten

Zubereitung Kuchen:

Datteln kleinschneiden und mindestens 20 Minuten einweichen, pürieren. Eier, Butter, Milch schaumig schlagen, Dattelmus unterrühren. Mehl, Backpulver und Zimt mischen und kurz unter den Teig rühren. Geraspelte Karotten unterziehen.
Eine kleine Springform fetten, Teig einfüllen und bei 180°C für ca eine Stunde backen.

Zutaten Topping:

1 reife Avocado
Ca 1 TL hochwertiger Kakao, entölt (Backkakao)

Zubereitung Topping:

Avocado in grobe Stücke schneiden, Kakao zugeben, fein pürieren, bis alles gleichmäßig vermischt ist und die Mousse eine schöne Konsistenz hat. Normalerweise sollte die Creme eine spritzfeste Konsistenz haben, wenn nicht, einfach mal kurz kühlen. Mit einem Spritzbeutel und schöner Tülle Tuffs, Rosen, o.ä. aufspritzen – schon schaut die zuckerfreie Babytorte aus wie eine richtige Erwachsenentorte und die Geburtstagsgäste können kommen.

Beitrag und Bild: Lisa

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