Geburtsbegleitung durch eine Doula

Doula

Artikel von Frauke Lehmann-Hößle
www.doula-frauke.de

Was ist eine Doula?

Es ist eine geburtserfahrene Frau, die Frauen in ihrer Geburt begleitet. Sie ist während der ganzen Geburt verlässlich anwesend und stellt so eine gute Ergänzung zur Hebamme da.

Ein Zeitungsartikel in der “Zeit“ vor acht Jahren hat mich darauf aufmerksam gemacht. Das Aufgabenfeld einer Doula leuchtete mir sofort ein und es sprach mich der Art an, dass mich das Thema nicht mehr los ließ, und ich vor sechs Jahren meine Ausbildung zur Doula bei Melanie Schöne in Crailsheim gemacht habe.

Seither stehe ich werdenden Eltern, die sich eine Unterstützung für Schwangerschaft und Geburt wünschen zur Verfügung.

Wie findet man eine Doula?

Es gibt zwei  Doula-Vereine, DiD (Doulas in Deutschland und die GfG-Doulas. Auf den Seiten dieser Vereine lassen sich die Doulas aus ganz Deutschland finden, sortiert nach Postleitzahlen. Ansonsten kann man aber auch einfach versuchen das Wort Doula und die Stadt einzugeben, in Nürnberg funktioniert das ganz gut.

Was macht eine Doula?

Hat eine Frau mich erreicht, dann machen wir einen unverbindlichen Termin zum Kennenlernen aus. Wenn die werdenden Eltern (alleinstehende Frauen oder, in den meisten Fällen, Paare) sich nun meine Unterstützung wünschen, dann treffen wir uns als nächstes um einen Geburtsplan zu erstellen. Hier klärt sich dann, was besonders der Frau wichtig ist, wo sie sich verstärkt Unterstützung wünscht. Aber es wird auch deutlich, dass sich manche Wünsche unter der Geburt verändern können.

Dreimal treffe ich mich in der Regel mit der Schwangeren und wenigstens einmal davon auch mit dem Partner, wenn es einen gibt. Wir schauen gemeinsam auf evtl. Sorgen und Bedenken, damit der Weg für diese Geburt frei wird, und wir bereiten uns auf die Geburt vor, in dem wir Atemübungen machen und verschiedene Stellungen ausprobieren. Dem Partner zeige ich, wie er seiner Frau in der Geburt gut tun kann.

Gemeinsam beenden wir jedes Treffen mit einer visualisierten Geburtsreise.

Drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt die Rufbereitschaft, sie dauert bis das Kind geboren ist. Es folgt die Geburt und ich bleibe so lange, bis ich sehe, dass es Mutter und Kind wirklich gut geht. Am zweiten Tag nach der Geburt mache ich einen Besuch, und wir besprechen die Geburt, gehen in Ruhe noch mal durch alle Stadien, klären und ergänzen das Erlebte, wo Erinnerungslöcher sind. Nach Möglichkeit komme ich auch noch mal um den zehnten Tag zu Besuch nach Hause. Hier können auch noch mal Fragen zur Geburt bearbeitet werden. Aber ich möchte auch sicher gehen, dass Mutter und Kind auf einem guten Weg sind. Und da wo sich Stress und Überforderung zeigen, empfehle ich angebrachte Hilfsangebote oder organisiere sie auch. Meine Arbeit wird durch einen persönlichen Geburtsbericht abgerundet.

Wo begleitet die Doula?

Die Doula begleitet die Frauen, da wo sie entbinden möchten, in der Klinik, im Geburtshaus oder zu Hause. In Nürnberg und Fürth ist es die Regel, dass nur eine begleitende Person mit in den Kreissaal darf. Doch ist es nach Absprache möglich, zum Partner zusätzlich eine ausgebildete Doula mit in den Kreissaal zu nehmen. Bei Geburtshaus- und Hausgeburten, die in die Klinik verlegt werden müssen, darf leider nicht die Hebamme mitgehen, wohl aber die Doula, sodass das Paar dann nicht vollständig aus seinen Zusammenhängen der angefangenen Geburt, gerissen wird.

Was biete ich noch an?

  • Begeitung von stillen Geburten
  • Begleitung von Geburten, wo ein Kind mit Behinderung erwartet wird
  • Betreuung von älteren Geschwistern bei Hausgeburten
  • nach Absprache, wenn es zeitlich möglich ist, biete ich auch Wochenbettunterstützung (siehe gesondert unten) ist eine Extraleistung (12,-€/Std.) einen Teil davon übernimmt die Krankenkasse.

Was kostet es?  Wer bezahlt?

Die Geburtsbegleitung durch eine Doula kostet ab 450,-€ aufwärts, darin enthalten ist das oben genannte Gesamtpaket: Geburtsplan erstellen, Geburtseinstimmung, Rufbereitschaft, Geburtsbegleitung, Nachtreffen und Geburtsplan. Es ist eine Privatleistung und wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Doch für jede Frau, die sich eine Geburtsbegleitung durch eine Doula wünscht soll dieses auch möglich sein. Es lohnt sich mit der Doula in Kontakt zu treten, es werden dann Wege gefunden, es möglich zu machen.

In Nürnberg sind wir z. ZT. zwei Kolleginnen, Verena Möllenkamp und ich, Frauke Lehmann-Hößle. Verena macht gerade Babypause, wird voraussichtlich ab November 2017 als Wochenbett-Doula durchstarten.

Wie sieht die Begleitung durch eine Wochenbett-Doula aus?

Grundsätzlich besteht die Begleitung aus ein bis zwei Vortreffen in der Schwangerschaft, in denen das Wochenbett besprochen, geplant und vorbereitet wird. Was genau die tatsächlichen Leistungen im Wochenbett sein werden ist sehr individuell und wird gemeinsam mit der Familie besprochen. Wochenbettbesuche gestalten sich weitgehend individuell.

Die Leistung der Wochenbett-Doula kann, zumindest teilweise, über die Krankenkasse als Haushaltshilfe abgerechnet werden. Außerdem wird es eine deutliche Reduktion für Nürnberg-Pass-Inhaberinnen (und ALG1/ALG2-Bezieherinnen) geben. Dafür reicht der gültige Bescheid.

Mein Wunsch an alle Frauen und ihre Kinder ist ein erfülltes Geburtserlebnis!

Denn es ist nicht egal wie wir geboren werden. Die Geburt ist das wichtigste und elementarste Erlebnis für unser Leben, aber wir erinnern und nicht mehr daran. Und doch werden wir unser ganzes Leben daran erinnert.

Mit herzlichen Grüßen
Frauke Lehmann-Hößle
www.doula-frauke.de

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