Zwischen Baby-Boredom & Baby-Burnout

Vor Kurzem habe ich in einer großen bekannten Zeitschrift für Eltern einen interessanten Artikel gelesen: Die Autorin erzählte so herrlich authentisch darüber, wie der Alltag mit Baby manchmal ist – nämlich ein ständiger Wechsel zwischen Langeweile (englisch: Boredom) und Überforderung. Diese Erzählung hat mir ehrlich gut getan, denn ich erinnere mich sehr gut an die Zeit, als auf der Krabbeldecke noch nicht viel geboten war und ich manchmal trotzdem schon davon überfordert war, einkaufen zu gehen.

Tatsächlich finden sich viele Mamas immer wieder in diesem Zustand wieder: Tag und Nacht ist man mit der Versorgung eines kleinen Wesens beschäftigt. Es fordert mental wie auch körperlich. Trotzdem ist es nicht vergleichbar mit der Berufstätigkeit die viele Frauen vorher ausgeübt haben: Umgeben von Kollegen, im ständigen Gespräch – jetzt sind da nur noch zwei:

Boss-Baby & me

Es ist toll, wenn man die Früchte seiner Arbeit ernten kann, wenn Kollegen und Vorgesetzte Leistung zu schätzen wissen, wenn man Lob oder auch eine Gehaltserhöhung kassiert. Im Baby-Mama-Alltag ist nach dem Wickeln, vor dem Wickeln. Die Tätigkeiten verändern sich wenig und das Lob bleibt meistens aus. Gerade in den ersten Lebensmonaten, ist es eine Zeit des Beobachtens und Sich-Einfindens.
Der Besuch beim Drogeriemarkt kann schon mal zur Herausforderung werden, wenn Dein “neuer Chef” aber eigentlich andere Pläne hatte. Danach noch schnell Stillen, am besten ungestört und dann ist die Windel auch schon wieder voll: es geht von Vorne los.

Was hilft gegen Langeweile?

Wenn der Alltag zuhause zu eintönig wird, dann braucht man eine “Luftveränderung” – raus von zuhause. Feste Termine verhindern, dass Du erst nachmittags aus der Jogginghose schlüpfst und bringen ein bisschen Struktur in den Alltag mit Kind.
Schau Dich nach Krabbelcafes oder anderen Treffpunkten für Mamas mit Baby um.

Was hilft bei Überlastung?

Es scheint unvorstellbar, aber: Das Leben mit Baby kann verdammt anstrengend sein. Du hast das Komplett-Paket mit Berufstätigkeit und/oder Geschwisterkinder gebucht? Herzlichen Glückwunsch!
Es heißt ja immer so schön, “eine entspannte Mama ist eine gute Mama” – aber wer kann schon auf Knopfdruck entspannen?
Ich würde sogar behaupten, eigentlich ist es andersherum, oder? Ist das Kind gerade entspannt im Sandkasten zu Gange, dann lässt es sich mit einem Coffee-To-Go im Sonnenschein ganz gut relaxen.
Freiräume schaffen und Entlastung einfordern, ist dann noch ein zusätzliches To-Do auf unserer Liste.

Lebe lieber unperfekt!

Von Burnout sind besonders die Menschen betroffen, die alles 100%ig nach ihren genauen Plänen und Vorstellungen erfüllen wollen.
Und Du weiß ja, was Babys von Plänen halten…
Natürlich kannst Du, nachdem Du die Kinder abends ins Bett gebracht hast, noch die Kinder-Fotoalben weiterbasteln und für den Kindergarten backen – Du darfst es aber auch lassen!

Was bringt Dich zu Dir zurück?

Wann bist Du wirklich Du? Also nicht Mama, Partnerin, Familien-Managerin – eher so die Frau die vor dem Allem warst. Einfach Du.
Überlege wann es diese Momente gibt, die Dich ganz mit Zufriedenheit ausfüllen und die Dir ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Und dann die große Kunst: Kannst Du Dir diese Momente öfter beschaffen?
Wenn es Dir gelingt, Dich hier gut zu versorgen, dann bist Du geschützt – vor Langeweile und Burnout!

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