Geborgene Kindheit – Buchtipp

Kinder vertrauensvoll und entspannt begleiten – wow! Das wünschen wir uns alle oder, aber ob es immer klappt?
Susanne Mierau ist bekannt durch ihren Blog “Geborgen Wachsen” und hat mit den gleichnamigen Buch bereits ein Werk für junge Eltern mit Baby verfasst. Im Buch “Geborgene Kindheit” schreibt sie nun wie es nach dem ersten Lebensjahr weitergehen kann.

Das Buch ist leicht zu lesen und keine schwere Kost – was gut zum Thema passt – denn wir Eltern sollen es uns schließlich ja nicht schwerer machen in unserem Familienalltag.
Direkt auf der Innenseite des Einbands findet sich auch gleich ein Satz den ich für mich aus diesem Buch mitnehme:

Das Geheimnis entspannter Eltern: Wir müssen gar nicht viel tun oder kaufen. Wir müssen nicht alles wissen, müssen nicht alle Fachbücher über die kindliche Entwicklung gelesen haben. Wir müssen einfach nur da sein, zuhören, zusehen und den Sinn des kindlichen Verhaltens erkennen.
Jedes Verhalten des Kindes hat Sinn und wenn wir das verstanden haben, können wir vertrauensvoll unser Kind begleiten.

Im ersten Teil des Buches informiert die Autorin über Bindungsentwicklung und bindungsorientierte Elternschaft. Auch dem Thema Vertrauen ist ein ganzes Kapitel gewidmet – hier erfährt der Leser auch warum bindungsorientierte Eltern (oder Eltern die sich mit Attachment Parenting befassen) keine Helikoptereltern sind. Denn Helikoptereltern sind

Eltern, die über ihren Kindern kreisen und besorgte Distanz zu ihnen aufgebaut haben, die überwachen, statt zu begleiten.

Das Vertrauen steht hier nicht mehr im Mittelpunkt – so wie wir uns das bei der bindungsorientierten Erziehung wünschen.

Susanne Mierau gibt in “7 Säulen” gegliedert Anregungen, für ein gelungenes Miteinander vom Schlaf, bis zum Trocken werden.

Die Quintessenz bleibt in allen Kapiteln des Buches die Gleiche: Das Verhalten des Kindes hat Sinn und wenn wir beobachten und reflektieren, können wir entspannte Entscheidungen treffen und auf das Verhalten des Kindes passend reagieren.

Grundsätzlich ist es immer hilfreich, wenn wir Eltern uns mit den Glaubenssätzen unserer eigenen Erziehung auseinander setzen und prüfen, was für uns und unsere Kinder gut funktioniert. Bindungsorientierte Elternschaft wird häufig mit “Helikopter-Eltern” oder dem “Laisser faire Erziehungsstil” verwechselt: Beides ist es nicht! Es gibt Grenzen, aber auf das Ausüben von “Macht über das Kind” wird verzichtet. Das Kind wird beachtet und nicht ständig beobachtend und ohne Vertrauen ins Kind verfolgt.

Generell hat dieses Buch auf mich persönlich eine entschleunigende Wirkung: ich muss nicht alles perfekt machen, muss nicht alles wissen und ich muss nicht ständig irgendetwas anbieten oder organisieren.

Wenn ich meinem Kind echte Aufmerksamkeit und Liebe schenke, dann schaffe ich eine solide Basis für den vertrauensvollen Start ins Leben. Außerdem fühle ich mich in meiner erzieherischen Einstellung unterstützt, gerade wenn es zu Diskussionen mit Menschen einer älteren Generation kommt.

Sehr eindrucksvoll sind die Bilder von Susanne Mierau – die ihren eigenen Familienalltag aus Elter- und Kindersicht gut abbilden. Stimmungsvoll und ein bisschen wie auf ihrem Instagram-Account.

Wer das Buch gerne lesen mag, kann mal in unseren kleinen Knirpse & Co Bücherei vorbei kommen – gegen eine kleine Leihgebühr kannst Du alle Bücher entleihen.