Erziehung durch Beziehung mit der Methode Gordon Familientraining

Gordon Familientraining

Erziehung durch Beziehung

Seit nunmehr über zehn Jahren ist Silvia Fritzsch autorisierte Gordon-Familientrainerin. Sie ist begeistert von den von Thomas Gordon entwickelten Methoden, in denen die Bedürfnisse aller Familienmitglieder ernst genommen werden und Konflikte zwischen Eltern und Kindern so gelöst werden können, dass es keine Verlierer gibt. So können Eltern ihre Kinder auch in herausfordernden Zeiten, wie beispielsweise der Trotzphase oder der Pubertät gut begleiten, ohne dass das Familienklima leidet. Im Folgenden erklärt sie die wichtigsten Kernpunkte des Gordon-Familientrainings:

Es gibt unzählige Ratgeber zum Thema Kindererziehung. Und unglaublich viele gutgemeinte Ratschläge von (Schwieger-)Eltern und Freunden. Insbesondere junge Eltern lassen sich durch diese sich vielfach widersprechenden Informationen stark verunsichern. So erlebe ich in meiner Praxis häufig Eltern, die grundsätzlich eine klare Vorstellung haben, wie sie ihr(e) Kind(er) erziehen möchten, aber beispielsweise von ihren Eltern oder Schwiegereltern Kritik ernten. Die häufigsten Vorwürfe lauten „Ihr setzt euch nicht durch.“, „Wenn ihr alles ausdiskutiert, werdet ihr nie fertig.“, „Ihr verwöhnt euer Kind.“ oder „Ihr werdet euch noch umschauen, in ein paar Jahren tanzt euch euer Kind auf der Nase rum, wenn ihr so weitermacht.“.

In der Tat sind die heutigen Eltern in den meisten Fällen anders erzogen wurden, als wir es jetzt für richtig halten. Es gab ein klares Machtgefälle in der Familie und solange „du deine Füße unter meinem Tisch hast“, läuft alles so, wie das Familienoberhaupt es entscheidet. Ohne Diskussion und vor allem ohne Widerrede.

Dann trat Thomas Gordon auf den Plan. Der US-amerikanische Psychologe erkannte in seiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen die große Bedeutung der Kommunikation und der gewaltfreien Konfliktlösung für zwischenmenschliche Beziehungen. Als Autor zahlreicher Bestseller, allem voran „Die Familienkonferenz“ errang er weltweit Anerkennung und immer mehr Eltern verinnerlichten die von ihm postulierten Werte in der Eltern-Kind-Beziehung.

Gordon geht es in erster Linie darum, im Familienalltag die Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu berücksichtigen. Dies trägt entscheidend zu einem positiven Familienklima bei, in dem sich alle wohlfühlen. Durch die von ihm entwickelten Kommunikationsmethoden (z.B. Aktives Zuhören und Vermeiden von Kommunikationssperren) kann es Eltern gelingen, eine intensivere Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen. Wenn Eltern ihre Kinder bei der Lösung von Problemen unterstützen, ohne sie zu bevormunden oder ihnen die Lösung ihrer Probleme abzunehmen, stärken sie das Selbstwertgefühl ihrer Kinder enorm. Die Anwendung der Methoden des Gordon-Familientrainings räumt nicht alle Konflikte aus dem Weg – überall, wo Menschen zusammenleben, gibt es zwangsläufig Konflikte. Es ist nur die Frage, wie wir sie lösen. Machtanwendung oder Machtandrohung mag im frühen Kindesalter noch funktionieren. Spätestens wenn die Kinder älter werden, finden sie ihre Fluchtwege und die Beziehung ist nachhaltig gestört. Schlimmstenfalls werden wir als Eltern vollständig aus dem (Er)Leben unserer Kinder ausgeschlossen.

Als Gordon-Familientrainerin gebe ich gern zu, dass es durchaus Situationen gibt, in denen ich Streitigkeiten mit einem „weil ich es sage“ beende, weil mir die Zeit, die Kraft oder einfach die Argumente fehlen, um meine Entscheidung bzw. meinen Willen „Gordon-konform“ zu kommunizieren. Grundsätzlich aber habe ich die Methoden zur Konfliktlösung in meinen Erziehungsalltag fest integriert und erlebe konstruktive, kritische Diskussionen mit meinem Sohn, in denen jeder den anderen ernst nimmt und dessen Sichtweise respektiert, um dann gemeinsam und kompromissbereit zu einer für alle akzeptablen Lösung zu finden.

Noch ein abschließender Satz zum Thema Verwöhnen: Viele Eltern haben Angst, dass sie ihr Kind verwöhnen, wenn sie auf seine Bedürfnisse eingehen. Dies ist unbegründet. Wer in seiner Kindheit spüren darf, dass seine Bedürfnisse wichtig sind und überwiegend erfüllt werden, findet darin eine Ressource für alle weiteren Krisen, die das Leben auch im Erwachsenenalter bereithalten mag.

Der nächste Kurs findet pandemiebedingt online statt:
Dreiteiliger Abendkurs am 10./17./24.03.2021, jeweils 19-21 Uhr
Anmeldung über
www.familie-und-ich-muenchen.de oder telefonisch 08102/8747132.
Auch Einzelcoachings mit individuellen Themenschwerpunkten sind möglich.